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Tomanek-Siedler

Dan­ke, Rolf Siedler!

13.07.2022 Sibyl­le Schwenk

Im Stil einer „Unter­bre­chung“ fand am ver­gan­ge­nen Sonn­tag die Ver­ab­schie­dung von Betriebs­seel­sor­ger Dr. Rolf Sied­ler im KuBAA statt. Sei­ne Nach­fol­ge­rin ist Karo­li­na Tomanek. 

Rolf Sied­ler sitzt auf sei­nem Bar­ho­cker, die Augen geschlos­sen, die Fin­ger auf der Gitar­re. So wie man ihn kennt. Das Mikro­fon ganz nah an den Lip­pen, der inne­re Kon­takt zu sei­nen Mit­spie­lern im Unter­bre­cher-Syn­di­kat (Nor­bert Bot­schek, Mat­thi­as Kehr­le und Mar­kus Braun) steht. Eigent­lich ist es wie immer. Doch die­se „Unter­bre­chung“ ist eine beson­de­re: Es ist die letz­te, in der Rolf Sied­ler, eigent­lich Dr. Rolf Sied­ler, als Betriebs­seel­sor­ger im Amt die Lie­der für die „Unter­bre­chung“ singt. Für die Tex­te sor­gen an die­sem Abend andere. 

Der Thea­ter­saal im Aale­ner Kul­tur­bahn­hof KuBAA ist mit 160 Men­schen gefüllt. Sie alle haben in irgend­ei­ner Form eine Ver­bin­dung zu Rolf Sied­ler. Mit allen hat er gespro­chen, über die Din­ge der Welt, die Din­ge, die sich ver­än­dern müs­sen, über Poli­tik, über gute und gerech­te Arbeit, über das Seelenheil.

Rolf Sied­ler, der Menschenfreund.

Der Rei­gen an Wort­bei­trä­gen, sinn­reich getaucht in The­men, die ganz und gar zu einer „Unter­bre­chung“ pas­sen, umrei­ßen Rolf Sied­lers Leben, sei­ne Ideen, sei­nen Mut. „Er ist poli­tisch, infor­miert und getra­gen von einer beharr­li­chen Zuver­sicht“, so drückt es Joa­chim Drumm, Lei­ter der Haupt­ab­tei­lung XI „Kir­che und Gesell­schaft“ der Diö­ze­se aus.

Rolf Sied­ler, der Optimist.

Er sei einer, der den Grund­stein gelegt hat, dass wir jetzt so arbei­ten wie wir arbei­ten. Paul Scho­bel, ehe­ma­li­ger Lei­ter der Betriebs­seel­sor­ge, fin­det unter­halt­sa­me, wah­re Wor­te für den schei­den­den Betriebs­seel­sor­ger. Die Herz­tö­ne der Men­schen habe er wahr­ge­nom­men. Betriebs­seel­sor­ge – eine Herzenssache.

Rolf Sied­ler, sen­si­bel und achtsam.

Er glei­che Pedro Casa­l­dá­li­ga, eme­ri­tier­ter Bischof aus Spa­ni­en, Befrei­ungs­theo­lo­ge. Der Kampf um eine gerech­te­re Welt sei ihm eigen. Der Kampf um nach­hal­ti­ges Leben, Kli­ma­schutz, gerech­te Ver­tei­lung der Güter, gerech­te Arbeit. Die Unter­bre­chung hier, eine ermu­ti­gen­de Stun­de für ihn, so Wolf­gang Her­mann, Lei­ter der Betriebs­seel­sor­ge der Diözese.

Rolf Sied­ler, der streit­ba­re Theologe.

Ein Sys­tem­spren­ger sei er, ist Deka­nats­re­fe­rent Tobi­as Krie­gisch über­zeugt, einer, der auf die Mit­ar­bei­ten­den als Men­schen ein­geht, einer, der vie­le Pro­jek­te ange­sto­ßen hat, der mit wachen Sin­nen durch die Welt geht und sich von den Men­schen berüh­ren lässt.

Rolf Sied­ler, Systemsprenger.

Ein Meis­ter der spit­zen Feder (Roland Hamm, IG Metall), einer von uns (Land­rat Dr. Joa­chim Blä­se), einer, der die Stadt Aalen zu einem bes­se­ren Ort gemacht hat (OB Fre­de­rick Brüt­ting), der den Men­schen sieht und die Nähe sucht (Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Leni Brey­mai­er), der Spal­te über­win­den und über­brü­cken kann (Sascha Eber­hard, Fran­ke GmbH), Ansprech­part­ner in klei­nen und gro­ßen Kata­stro­phen (Danie­la Dor­rer, Stadt Aalen), und einer, der es nicht müde gewor­den ist, die Men­schen, sei­ne Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer in den Kon­zer­ten „anzu­bet­teln“, ihren Lebens­stil zu ändern oder zumin­dest zu über­den­ken (Schau­spie­le­rin Anne Klöcker).

War­um also, sei er eigent­lich kein Kan­di­dat für eine Hei­lig­spre­chung? Der stell­ver­tre­ten­de Dekan Pater Jens Bartsch, schlägt geschickt den Bogen zur Selig­spre­chung von Pater Phil­ipp Jen­in­gen. „So viel Lob bekommt nur ein Hei­li­ger“, fasst er augen­zwin­kernd zusammen.

Doch: Ehre, wem Ehre gebührt.

Dan­ke, Rolf Siedler!