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Sen­si­bel das Werk vollenden 

21.06.2022 Sibyl­le Schwenk

An einem ganz beson­de­ren Auf­trag arbei­tet momen­tan der Ell­wan­ger Künst­ler Rudolf Kurz: Er voll­endet das Altar­bild sei­nes ver­stor­be­nen Freun­des Sie­ger Köder (1925–2015). Für die Kapel­le St. Micha­el in der Ell­wan­ger Basi­li­ka St. Vitus hat­te Künst­ler­pfar­rer Sie­ger Köder im Jahr 1999 ein Altar­bild geschaf­fen, auf dem die Stifts­hei­li­gen zu sehen sind. In der Mit­te ließ er einen Platz frei. Für Pater Phil­ipp Jen­in­gen. „Nach sei­ner Selig­spre­chung soll sein Bild­nis dort­hin kom­men“, gab Sie­ger Köder den Ver­ant­wort­li­chen auf. Nun ist es soweit. 

Der in Krei­sen christ­li­cher Kunst in ganz Euro­pa bekann­te Künst­ler und Bild­hau­er Rudolf Kurz ist mit der Voll­endung des Wer­kes betraut. „Dort hin­ein­zu­ma­len ist etwas ganz Sen­si­bles“, sagt der Künst­ler. Auf 24 Karat Blatt­gold hat­te Sie­ger Köder mit schwar­zer Ölfar­be gemalt, dann mit dem Rücken des Pin­sels die Kon­tu­ren der Stifts­hei­li­gen gekratzt, ver­stri­chen, neu über­malt. „Es ist ein Rin­gen, wie weit man gehen kann“, so Rudolf Kurz. Denn Sie­ger Köder hat­te in sei­ner für ihn so typi­schen Art den Gesichts­aus­druck und die Hal­tung der Stifts­hei­li­gen inter­pre­tiert. Das Glei­che ver­sucht nun Rudolf Kurz bei Pater Phil­ipp Jen­in­gen. „Ich hal­te mich an den Arche­typ von Phil­ipp Jen­in­gen, sei­ne beten­den Hän­de, sein zur Sei­te geneig­tes Gesicht, wie man es kennt“, lässt der Künst­ler wis­sen. Das Kreuz und die Hal­tung sind bereits erkenn­bar, das Gesicht noch nicht. Rudolf Kurz geht äußerst bedäch­tig vor. Er ist sich des­sen bewusst, dass er Sie­ger Köders künst­le­ri­sche Gedan­ken und sei­nen Weit­blick in die­ses Werk auf­neh­men will.

Es ist nicht das ers­te Mal, dass Rudolf Kurz und Sie­ger Köder ihre künst­le­ri­sche Kraft in einem gemein­sa­men Werk zum Aus­druck brin­gen. Das gro­ße Glas­fens­ter bei den Anna-Schwes­tern, die Kapel­le am Holz­mühl­see, der Chris­tus in Hütt­lin­gen – all dies sind Wer­ke, bei denen die bei­den Arbeits­kol­le­gen und Freun­de zusam­men­ge­ar­bei­tet haben. „Ha Rudolf, machsch du Was­ser und Luft und ich d’Leut‘“, so sag­te Sie­ger Köder bei einer gemein­sa­men Arbeit. Sei­nen Ton­fall hat Rudolf Kurz im Ohr, sei­ne lie­bens­wer­te Art hat er sehr geschätzt.

 

In sei­nem Sin­ne wird Pater Phil­ipp Jen­in­gen nun an dem Altar ver­ewigt sein. In der Hand­schrift von Rudolf Kurz, im Geden­ken an Sie­ger Köder und als Hom­mage an den „guten Pater Philipp“.

Rudolf Kurz