Ein starkes Miteinander durch Wertschätzung und Respekt
Sibylle Schwenk
Mit weißen Rosen und Kerzen erweisen Frauen und Männer aus Kirchengemeinden rund um Ellwangen jedes Jahr bei der Dekanatswallfahrt dem Seligen Pater Philipp Jeningen die Ehre. Der stellvertretende Dekan Prof. Dr. Sven van Meegen stellte das „in Bewegung sein“ und die „Kraft der Gemeinschaft“ – ganz nach dem Vorbild Philipp Jeningens – in den Mittelpunkt.
Ellwangen . Das Bildnis Philipp Jeningens steht, gesäumt von Blumen und Kerzen, an den Treppen des Hochaltars der Basilika St. Vitus. Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus dem Dekanatsbezirk Ellwangen-Neresheim sind eingezogen und machen eine Kniebeuge vor dem Bildnis. Er wird verehrt, sein Gedächtnis lebendig gehalten.
Der Selige hat in Ellwangen eine besondere Bedeutung. „Er ist zu den Menschen gegangen, er war in Bewegung“, sagt Pfarrer van Meegen in seiner Ansprache. Seinem Vorbild folgend könne auch die „Kirche der Zukunft“ gelingen. In einem starken Miteinander, in einer Gemeinschaft, die entsteht, wenn Menschen unterschiedlicher Meinung sich mit Achtung und gegenseitiger Wertschätzung begegnen. Pater Philipp Jeningen habe durch Demut und Liebe vieles wieder in Bewegung gebracht. Van Meegen vermittelt, dass alle hoffnungsvoll in die Zukunft blicken könnten, wenn aus 24 einzelnen Gemeinden im Ellwanger Raum nun im Zukunftsprozess eine einzige wird. „Die Gemeinde endet nicht an der eigenen Grenze“, so van Meegen. Dies zeige auch die Wallfahrt.
Bezugnehmend auf das Evangelium des Tages „Bittet, dann wird euch gegeben, sucht, dann werdet ihr finden, klopft an, dann wird euch geöffnet“, deutet van Meegen: „Gott geht auch diesen Weg der Neuen Kirchengemeinden mit.“ Man könne ihn darum bitten, dass der Zusammenschluss geschieht, ohne das etwas zugrunde geht.
Pater Philipp Jeningen sei ein Motivator und gleichzeitig ein Ruhepol gewesen. Er sei heute noch ein Vorbild für die Menschen. Denn, so Pfarrer van Meegen: „Heute geht es um unsere Gottesbeziehung“. Und darin könne letztlich „aus Vielfalt eine Einheit in Liebe werden“.
Der erhebende Gottesdienst wurde vom Musikverein Dewangen unter der Leitung von Harry Weingart begleitet. An der Orgel waren die Klänge unter den Händen von Heinrich Bauer zu hören. Nach dem Gottesdienst fanden sich die Wallfahrerinnen und Wallfahrer zum Austausch und Gespräch ins Jeningenheim ein.

