Bereichernde Begegnungen am heiligen Ort
Sibylle Schwenk
Festlich sieht sie aus, die schmucke Kirche in der Ortsmitte von Hülen. Der Erntedankaltar ist der Blickfang, die bunten Farben und die Vielfalt der Gaben. Der Blumenschmuck in den Kirchenfarben Gelb und Weiß komplettiert das Bild.
Domkapitular Monsignore Andreas Rieg, Leiter des Priesterseminars in Rottenburg, zieht mit Pfarrer Adiele und etlichen Mininstrantinnen und Ministranten ein. Die Orgel unter den Händen von Erich Löffler erhebt die Festlichkeit, der Chor stimmt mit Kaspar Grimminger am Dirigentenpult und mit Linda Abele an der Violine ein.
Vielleicht war es auch damals so, vor 125 Jahren, als die vom damaligen Pfarrer Harsch aus Schwabsberg geplante Kirche von Bischof Dr. Paul Wilhelm von Keppler geweiht wurde. Seit damals ist dieser Ort ein heiliger, ein sakraler Raum, wie Rieg in seiner Ansprache ausführt. Damit hebe sich der Gebäude ab von profanen, also weltlichen Häusern. Er erinnert daran, dass „im langen Gedächtnis der Sprache“ das Wort „pro-fan“ wörtlich „vor dem Heiligen“ bedeutet. Somit wäre das „Sakrale“ das Erste und „der Bereich des Profanen, also unser normales Leben, hinge zuinnerst ab vom Sakralen.“
Und Rieg deutet weiter: „Es verhält sich wie das Rad, das ohne die Nabe zerfällt – wenn auch nicht sofort“. Damit schlägt er den Bogen zum Fest des Erntedankes und dem Heiligen Franziskus, der die Schöpfung in den Mittelpunkt seines Lebens stellt. „Franziskus hat die Schöpfung mit offenen Armen empfangen“, so Pfarrer Adiele in seiner Begrüßung zu Beginn des Gottesdienstes.
Der Dank an die beiden Zelebranten kommt von der Gewählten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, Monika Mayer. Sie lädt alle Gottesdienstbesucher ein zum Stehempfang vor der Kirche, wo die Kommunionkinder mit einer kleinen szenischen Darstellung erfreuen.
Das Dorf hat gefeiert. Seinen heiligen Ort und seine Gemeinschaft im Glauben. Ganz so, wie es Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele ausdrückt: „Ich wünsche ihnen Gemeinschaft und bereichernde Begegnungen.“

