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Foto (Foto-phositiv Ellwangen): Oberbürgermeister Michael Dambacher

echo extra - Interview

Sibylle Schwenk

  1. Welche Rolle sollte die Kirche Ihrer Meinung nach in Zukunft für das gesellschaftliche Leben vor Ort spielen?

Die Kirche ist weit mehr als ein Ort des Glaubens. Sie ist für viele Menschen ein Anker, ein Ort der Begegnung, des Trostes und der Gemeinschaft. Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft vielfältiger, aber auch oft anonymer wird, kann sie Brücken zwischen den Menschen bauen. Sie leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Zusammenhalt – durch ihr Engagement für Familien, Kinder, Senioren, Menschen in Not und durch die Begleitung in den wichtigen Momenten des Lebens. Ich wünsche mir, dass die Kirche auch künftig offen auf die Menschen zugeht und als verlässliche Partnerin das gesellschaftliche Leben in unseren Städten und Gemeinden mitgestaltet. 

  1. Halten Sie in die geplanten Umstrukturierungen, z.B. die Zusammenlegung von Kirchengemeinden oder die Entlastung der Seelsorger:innen in Sachen Verwaltung, für sinnvoll?

Veränderungen sind nie einfach, aber sie sind oft notwendig, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern. Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die Kirche ihre eigentliche Stärke nicht verliert: die Nähe zu den Menschen. Wenn Verwaltungsaufgaben gebündelt werden und dadurch mehr Zeit für Seelsorge, Begegnung und Begleitung entsteht, dann ist das ein sinnvoller Weg. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass die Identität der einzelnen Gemeinden und das starke ehrenamtliche Engagement vor Ort erhalten bleiben. Kirche lebt letztlich von den Menschen, die sie mit Leben füllen. 

  1. Welche Erwartungen haben Sie von der Kirche der Zukunft?

Ich wünsche mir eine Kirche, die Hoffnung gibt, Orientierung bietet und Menschen zusammenführt – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Sie sollte den Mut haben, neue Wege zu gehen, ohne ihre Werte und ihre Botschaft aus den Augen zu verlieren. Besonders wichtig ist mir, dass sie auch künftig eine starke Partnerin für Kommunen, Vereine und das Ehrenamt bleibt. Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Wenn Kirche Räume für Begegnung schafft, den Dialog fördert und Menschen ermutigt, Verantwortung füreinander zu übernehmen, wird sie auch in Zukunft eine wichtige und unverzichtbare Rolle in unserer Gesellschaft spielen.