Dem Ungewissen mit Ruhe und Sicherheit begegnen
Sibylle Schwenk
Niemand spricht gerne über den eigenen Tod oder das Sterben. Obwohl es unausweichlich ist, schiebt man das Thema gerne vor sich her. Manchmal ist einfach auch unklar, wie die Sache sinnvoll anzugehen ist. Eine gute, und vor allem umfassende Hilfestellung bietet eine dreiteilige Vortragsreihe am 16., 17., und 19. Oktober im Gmünder Wohnpark St. Anna. Ein Team um die regionale Seelsorgebeauftrage der Vinzenz-von-Paul-Stiftung, Steffi Kempf, hat sich Gedanken gemacht, wie mit einem offenen Blick auf die Themen Sterben, Vorsorge und Abschied geschaut werden kann.
Schwäbisch Gmünd . „Aus Erfahrung wissen wir, dass es guttut, sich mit dem eigenen Lebensende auseinanderzusetzen“, sagt Steffi Kempf. In ihrer Arbeit im Wohnpark St. Anna ist sie täglich mit Situationen konfrontiert, bei denen sie denkt: „Schade, dass wir nicht wissen, was der Sterbende sich jetzt wünscht“. Und dies ist nur ein kleiner Teil dessen, über das es sich lohnt, sich Gedanken zu machen.
Gemeinsam mit Steffi Kempf haben deshalb Anna Charisius, Netzwerkkoordinatorin des Hospiz- und Palliativdienstes Ostalbkreis, Sylke Gamisch vom Café Tod, Karin Specht von der Katholischen Erwachsenenbildung und Romanus Kreilinger vom Katholischen Dekanat Ostalb, eine dreiteilige Vortragsreihe konzipiert. Diese deckt mit ihren Themen und den entsprechenden Referentinnen und Referenten die offenen Fragen um die letzte Lebensphase ab. „Es ist sozusagen ein Paket, um sich mit dem Tod gut auseinandersetzen zu können“, erklärt Romanus Kreilinger.
Der Auftakt findet am 16. Oktober um 18.00 Uhr statt. An diesem ersten Abend geht es darum, was Menschen in den letzten Tagen und Stunden ihres Lebens erleben. Die Hospiz- und Palliativfachkraft des Kloster-Hospizes Schwäbisch Gmünd, Maria Steinbrück, gibt Einblicke in die körperlichen, seelischen und emotionalen Prozesse des Sterbens. Dazu gehören auch die Sterbephasen, wie Hadern, Verhandeln oder Akzeptieren nach Elisabeth Kübler-Ross, der renommierten, schweizerischen Sterbeforscherin. Anna Charisius ergänzt: „Das Wissen über die Dinge, die sich im Körper und im Geist während der letzten Tage abspielen, geben Sicherheit“. Außerdem wird aufgeklärt, wann der Sterbeprozess beginnt. „Manchmal“, so weiß Steffi Kempf, „ist es einfach ein Sich-Zurückziehen oder das Bedürfnis nach mehr Schlaf“. Sie selbst empfiehlt übrigens, sich jeden Abend des eigenen Todes und der begrenzten Lebenszeit bewusst zu werden. So werde der Tod ein ganz natürlicher Teil des Lebens, dem durchaus positiv begegnet werden kann.
Etwas „technischer“ wird dann der zweite Teil der Vortragsreihe am 17. Oktober von 9-12.00 Uhr. Hier geht es um Vorsorgedokumente wie Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht. Die Rechtsanwältin Irene Meixner und die Ärztin Katharina Ciupke klären auf, welche Regelungen aus juristischer und medizinischer Sicht wichtig sind und wie sie Sicherheit für alle Beteiligten schaffen. „Vor allem, wenn jemand ganz plötzlich aus dem Leben gerissen wird, sind diese Dokumente sehr hilfreich“, führt Sylke Gamisch aus. Aus ihrer Erfahrung als Notfallseelsorgerin heraus kennt sie die Hilflosigkeit von Angehörigen im Falle eines plötzlichen Todes.
Der dritte Vortragsteil, der am 19. Oktober ab 18.00 Uhr stattfindet, widmet sich dann dem Thema „Bestattungsvorsorge“. Mit Dr. Axel Schwaigert vom Gmünder Bestattungshaus Haller geht es um die Möglichkeiten, die eigenen Wünsche und Vorstellungen der Bestattung festzuhalten. „Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten, dass es gut ist, rechtzeitig vorher darüber nachzudenken, damit die Bestattung möglichst so werden kann, wie man es sich selbst gewünscht hat“, so Romanus Kreilinger.
„Vielen Menschen fällt es sehr schwer, vom Leben loszulassen“, fasst Karin Specht zusammen. Die Auseinandersetzung mit dem Lebensende könne helfen, dem Ungewissen mit mehr Ruhe und Sicherheit zu begegnen.
Info:
Alle Veranstaltungen finden im Wohnpark St. Anna, Festsaal, Katharinenstr. 34, Schwäbisch Gmünd, statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden.
Freitag, 16.10.26 um 18.00 Uhr: Was passiert beim Sterben?
Samstag, 17.10.26 von 9-12.00 Uhr: Vorsorgedokumente
Montag, 19.10.26 um 18.00 Uhr: Bestattungsvorsorge

