echo extra - Interview
Sibylle Schwenk
Welches Projekt innerhalb des Prozesses ist Ihnen am schwersten gefallen?
„Seelsorge in neuen Strukturen“ ist das Projekt, das uns am meisten beschäftigt und viele Fragen
aufgeworfen hat. Es ist nicht leicht, sich von Gewohntem zu verabschieden, und es stehen nach wie vor Fragen im Raum, wie innerhalb der neuen Kirchengemeinden mit bis zu 36000 Katholiken kirchliches Leben praktiziert werden kann. Was ist möglich, was ist machbar, was können wir ehrenamtlich leisten, um für Menschen vor Ort, insbesondere ältere und nicht mobile Gemeindemitglieder, weiterhin Gemeinschaft und Glauben lebenswert und erfahrbar zu machen.
Wie sind Sie bei der Zusammenführung der Meinungen vorgegangen?
Nachdem wir im September 2025 im Rahmen einer Veranstaltung des Dekanats über das Projekt
„Seelsorge in neuen Strukturen“ informiert wurden, haben wir es im Anschluss in den jeweiligen
Gremien vorgestellt und beraten. Da uns in unserer Seelsorgeeinheit eine offene und vertrauensvolle
Zusammenarbeit wichtig ist, war unser nächster Schritt, die anstehenden Veränderungen gemeinsam
mit allen Gremien unserer SE zu diskutieren. Wichtig war es uns auch, in Form einer Gemeindeversammlung alle Gemeindemitglieder zu informieren, zu hören und die Bedenken in
unsere Entscheidungen für unser Votum mit einzubeziehen.
An welcher Stelle sehen Sie eine große Chance?
Die Entzerrung der pastoralen und verwaltungstechnischen Aufgaben birgt eine wichtige Chance
„Seelsorge“ wieder in den Mittelpunkt zu rücken und gleichzeitig die Kirche vor Ort zu stärken.
Natürlich sind hier die Menschen in den jeweiligen Kirchorten gefragt individuelle Strukturen und
Formate zu schaffen und auch Neues zu entwickeln. Kirche neu zu definieren in diesem Veränderungsprozess ist eine Herausforderung aber gleichzeitig eine noch nie dagewesene Chance.

