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Foto (Schwenk): Bischof Dr. Klaus Krämer (rechts) und Dekan Robert Kloker

Ressourcen zukunftsfähig einsetzen können

Sibylle Schwenk

Zum offenen Dialog mit Mitarbeitenden aus den Dekanaten Ostalb, Heidenheim, Schwäbisch Hall und Göppingen-Geislingen, hatte Bischof Dr. Klaus Krämer ins Gmünder Heilig-Kreuz-Münster eingeladen. Gemeinsam mit Verantwortlichen aus den einzelnen Prozesssträngen stand er Rede und Antwort.

Das Schiff des Heilig-Kreuz-Münsters ist gut gefüllt, als Dekan Robert Kloker gemeinsam mit der Gewählten Vorsitzenden der Münstergemeinde, Susanne Baumhauer, ans Rednerpult tritt und eine herzliche Begrüßung ausspricht. Es geht um den Prozess „Kirche der Zukunft“, um eine tief greifende Änderung von Struktur und Verwaltung, die alle Ebenen der Diözese Rottenburg-Stuttgart betrifft.

Prozessleiterin Bärbel Strifler nimmt die Anwesenden mit in die Dringlichkeit des Prozesses. Rückläufige Kirchenmitgliederzahlen und die damit verbundene sinkende Kirchensteuerkraft, sowie das schrumpfende pastorale Personal, machten den Prozess notwendig. „Wie wollen wir in Zukunft Kirche sein?“, stellt Bärbel Strifler in den Raum. Dafür habe man fünf Programme aufgelegt: ein zentrales Prozessmanagement, die Digitalstrategie, die Verwaltung in neuen Strukturen, die Räume für eine Kirche der Zukunft und die Seelsorge in neuen Strukturen.

Letzteres beschäftigt die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden momentan sehr. Aus den diözesanweit insgesamt 1020 Kirchengemeinden sollen nunmehr 50 bis 80 „neue Kirchengemeinden“ werden. „Diese Zahl“, so Bärbel Strifler, „ist in den neuen Gegebenheiten noch gut machbar“, lässt die Prozessleiterin wissen. Ressourcen könnten dann so eingesetzt werden, dass Pastoral, Verwaltung und Finanzen funktionieren können.

Bis zum 20. September dieses Jahres muss jede Kirchengemeinde ihr Votum abgeben, mit welchen anderen Gemeinden sie sich eine „neue Kirchengemeinde“ vorstellen kann. „Die Entscheidung trifft dann der Bischof“, so Bärbel Strifler.

Zu den Fragen aus dem Plenum nimmt Bischof Krämer Stellung. Ein neuer Stellenplan für das pastorale Personal sei in Arbeit. Er betont, dass durch die neuen Kirchengemeinden keine Zentralisierung stattfinden, sondern die Seelsorge nach wie vor nah an den Menschen bleiben solle. „Es gibt keine Einheitslösungen“, betont der Bischof. Alle Mitarbeitenden seien in der Ausgestaltung des Prozesses und Lösungen vor Ort selbst beteiligt und gestalteten ihn mit. Die Diözese stecke einen gewissen Rahmen.

Zum Thema „Frauen in der Kirche“ steht Bischof Krämer positiv: „Es bewegt sich schon etwas“, meint er. Papst Leo habe jetzt im Vatikan drei Frauen in Ämtern eingesetzt, die dienstrechtlich über den Kardinälen stehen. Für ein Diakonat der Frau wünscht er sich einen synodalen Prozess, den auch die Weltkirche mitgehen kann.

Ein großes Anliegen ist den Anwesenden, dass die geistliche Dimension des Prozesses mehr in den Vordergrund rückt. Das sieht auch die Diözesanleitung so, weshalb der Prozess von den so genannten „Visionsbausteinen“ begleitet und durch die „synodalen Haltungen“ in Entscheidungsprozessen durchzogen ist.