Ein zeitlos biblischer "Rad-Schlag"
Wolfgang Fimpel in der Reihe „Wort zum Sonntag“
Rad und Fußball haben eines gemeinsam. Sie werden für uns interessanter,
wenn sie sich bewegen. Das Rad hat einen Vorteil. Es ist in der Regel zu zweit.
Unsere Stadt ist wieder ein Eldorado des Radsports. Vor ein paar Jahren konnten
sich nur wenige vorstellen, dass die Weltelite mit ihren Bikes durch die engen Gassen sprintet. Die Aufbauten und das Drumherum machen nicht nur bei den Kleinsten großen Eindruck.
Es muss und kann im Leben nicht immer so rasant sein. Hauptsache, mobil bleiben – vor allem im Alter, wenn wir uns auf vier Räder stützen. Ein Rollatorenrennen ist dann allerdings eher was für Spaßvögel.
Beweglich zu bleiben ist eine lebenslange Herausforderung. Laufen zu lernen ist für Kleinkinder immer wieder mit Stürzen verbunden. Jungen Menschen steht die Welt offen. Da ist es klug, nicht gleich bei der erstbesten Gelegenheit stehen zu bleiben. Nach schmerzlichen Erfahrungen in einer beendeten Partnerschaft wieder auf andere zuzugehen, braucht neues Selbstvertrauen. Mit Einschränkungen nach einer Krankheit zurechtzukommen, heißt auch Unterstützung anzunehmen.
Seit vielen Jahren boomt das Pilgern, vor allem auf den Spuren des Apostels Jakobus. Damit verbunden ist für viele die Erfahrung, dass wir durch das stetige Gehen zu uns selbst, auf den Grund unserer Seele gelangen. Eine Bewegung nach innen, die uns selbst besser kennenlernen hilft. Daraus erwächst meist eine gelassene Haltung zum Alltagsstress und eine zufriedenere Lebensart.
In dem urtümlichen Jesusfilm von Pier Paolo Pasolini hetzt Jesus durch die Landschaft. Die Jünger kommen ihm und seiner Botschaft kaum nach. Er wartet auch nicht auf sie. Glaubend beweglich sein im Innern wie sportlich nach außen ist ein zeitloser biblischer Radschlag.

