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Foto (privat): Tabea Pelzmann, Gemeindeassistentin Seelsorgeeinheit Braunenberg-Kochertal

Der Alltag hat mich wieder

Tabea Pelzmann in der Reihe „Wort zum Sonntag“

Seit dieser Woche sind die Pfingstferien wieder vorbei. Und auch in der kirchlichen Liturgie befinden wir uns seit zwei Wochen nicht mehr im Osterfestkreis, sondern im ganz normalen Jahreskreis. Das bedeutet: Sowohl im Kirchenjahr als auch bei mir herrscht wieder Alltag. Schnell bin ich wieder in Routinen gefangen, schnell läuft alles so weiter wie vorher. Der Ausdruck „Der Alltag hat mich wieder“ drückt für mich das Gefühl gut aus: Nicht ich habe den Alltag, sondern der Alltag hat mich.

Und hier, in dieser Situation, lese ich von der Reise des Papstes nach Spanien. Er reist unter dem Motto: „Hebt euren Blick“. Vatican News verrät mir, dass es ein Motto ist, das Mut machen soll, über den Alltag hinauszublicken. Ein Motto, dass für mich gerade zur rechten Zeit kommt. Denn mein Blick ist eben oft nicht oben, sondern auf meiner To-Do-Liste.
Das Motto sagt zu mir: Schau hinaus über deine Listen. Schau hinaus über die alltäglichen Aufgaben und Fragen wie „Was koche ich heute?“ oder „Was muss heute unbedingt noch erledigt werden?“.
Mir ist klar, dass „Hebe deinen Blick“ nicht heißen kann, dass diese Fragen verschwinden. Sie werden bleiben, genauso wie der Rest meines Alltags. Hebe deinen Blick heißt für mich, manchmal kurz anzuhalten. Anzuhalten, in mich zu gehen und mich zu fragen, was mir eigentlich wichtig ist. Denn ich weiß: ich habe nur das Jetzt dafür. Der Alltag ist mein ständiger Begleiter – er ist nie lange fort. Wenn mir etwas wichtig ist, muss ich es jetzt tun. Mitten im Alltag. Genauso, wie ich nur das Jetzt habe, um Sie zu fragen: Was ist Ihnen wirklich wichtig? Wohin sollte Ihr Blick mitten im Alltag manchmal gehen?