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Foto (Schwenk): Andreas Ruiner

Hoffnung

Andreas Ruiner in der Reihe „Wort zum Sonntag“

Viele Menschen hatten gehofft, dass sich unsere Gesellschaften immer weiter zum Positiven entwickeln. Mehr Demokratie, mehr Wohlstand, mehr Frieden. Ein Blick in die Realität zeigt, dass diese Hoffnung sich offenbar nicht überall bewahrheitet hat. Kriege, Hunger und Verzweiflung herrschen an vielen Orten der Erde. Auch hierzulande merken wir, dass es nicht immer nur bergauf geht. Viele scheinbare Gewissheiten scheinen sich aufzulösen: Ist unser Wohlstand sicher? Sind wir hier geschützt? Können wir uns auf Verbündete verlassen oder Konflikte diplomatisch lösen? Werden wir als Gesellschaft so zusammenhalten, dass wir die Herausforderungen bewältigen? 

In wenigen Wochen werden wir in der Osternacht in tausenden von Kirchen oder draußen am Osterfeuer die eindrückliche Erzählung der Auferstehung Jesu hören. Doch schon am Fünften Sonntag der Fastenzeit geht es im Evangelium um den Sieg des Lebens: Jesus erweckt Lazarus zum Leben, obwohl dieser schon tot im Grab gelegen hatte. Unglaublich!?

Für mich bedeutet sowohl die Auferweckung des Lazarus als auch die Auferstehung Jesu besonders eines: Hoffnung.

Hoffnung darauf, dass sich in den dunkelsten Zeiten und in den tiefsten Nöten das Blatt wenden kann. Dass es gute Kräfte zwischen Himmel und Erde gibt, die wir nicht einmal erahnen können. Als Gläubige haben wir den Auftrag, die Hoffnung auf Gott und auf sein Wirken am Leben zu halten. Den Menschen, die verzweifelt sind, Hoffnung zu geben. Und sich selbst durch die Hoffnung bestärken zu lassen. 

Hoffnung mag vielen – gerade in dunklen Zeiten – naiv erscheinen. Hoffnung kann als Ausrede dafür dienen, nicht selbst etwas an Missständen ändern zu müssen. So viele Hoffnungen von Menschen sind schon enttäuscht worden.

Und doch: was wären wir ohne sie?