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Foto (Schwenk): Dekanatsreferent Tobias Kriegisch (links) und Dekan Robert Kloker freuen sich auf die Gestaltung der „Kirche der Zukunft“

Kirche in der Seelsorge zukunftsfähig machen

Sibylle Schwenk

Die katholische Kirche hat sich auf den Weg gemacht. Der Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ ist in vollem Gange und umfasst neben der Überprüfung kirchlicher Gebäude und einer sinnvollen Digitalstrategie, auch – oder vor allem – die Seelsorge in neuen Strukturen. „Es ist sinnvoll und wichtig, dass wir diesen Weg jetzt gehen“, sagt Dekan Robert Kloker. Im Dekanat Ostalb, eines der 25 Dekanate der Diözese Rottenburg-Stuttgart, werden sich die Räte aus insgesamt 105 Kirchengemeinden Gedanken dazu machen.

In einer wegweisenden Sitzung hat der Diözesanrat gemeinsam mit Bischof Dr. Klaus Krämer Ende November beschlossen, dass aus den aktuell 1020 Kirchengemeinden der Diözese 50 bis 80 so genannte „Raumschaften“ zu bilden sind. Das heißt für das Dekanat Ostalb: Aus den 105 Kirchengemeinden werden fünf bis sieben Raumschaften. Zur Erklärung: Seit knapp 20 Jahren waren die Kirchengemeinden in 25 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst. Diese waren jedoch keine handlungsfähigen Körperschaften.

Dekanatsreferent Tobias Kriegisch begleitet den Prozess „Kirche der Zukunft“ auf diözesaner Ebene und sagt: „Wir wollen mit der Weiterentwicklung und der Zusammenfassung von Kirchengemeinden den veränderten pastoralen Anforderungen gerecht werden, sowie die rückläufigen Finanz- und Personalressourcen sinnvoll nutzen.“ Vor allem biete die Bildung weniger Raumschaften die Möglichkeit, die Ehrenamtlichen und pastoralen Mitarbeitenden von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, um so die Seelsorge wieder mehr in den Fokus zu bekommen.

Synodale Haltungen begleiten den Prozess

Momentan sind die Dekanate dabei, die Kirchengemeinderäte zu informieren und auf die inhaltlichen Schwerpunkte des Prozesses mitzunehmen. „Der ganze Prozess wird von so genannten ‚synodalen Haltungen‘ begleitet“, erklärt Tobias Kriegisch. Diese heißen beispielsweise „Trau dich“, „Höre zu“ oder „Bewege dich“. „Mit diesen Haltungen wollen wir den Prozess gut starten und das Wesentliche – nämlich die Seelsorge – in den Mittelpunkt rücken, sowie den Zeitplan entsprechend einhalten“, führt Tobias Kriegisch aus. Dieser sieht vor, dass die neuen Raumschaften bis Ende 2026 beschrieben sind. Bereits bis zum 7. Mai 2026 soll jeder Kirchengemeinderat sein Votum an das Dekanat weitergeleitet haben.

Ab 2027 sollen die neuen Raumschaften dann gebildet sein und in eine handlungsfähige Körperschaft geführt werden. Dafür wird von den Kirchengemeinden eine gemeinsame Gründungsvereinbarung erarbeitet. Auch die Entscheidung, wie die Leitung der neuen Großkirchengemeinde aussehen soll, muss entsprechend gefällt werden.

Orientierung an der Lebenswelt der Menschen

Grundlagen für die Umschreibung einer neuen Raumschaft, die die Entscheidungsfindung erleichtern können, hat man auf diözesaner Ebene erarbeitet. „Wir denken dabei an die Orientierung am Leben der Menschen, an der maximalen Entfernung zu einer neuen Einheit, an geistliche Zentren oder ökumenische Partnerschaften“, beschreibt der Dekanatsreferent. Grenzen der Kommunen, der öffentliche Personennahverkehr oder vorhandene Kooperationen sollen ebenfalls in die Überlegungen einfließen.

„Wir sind überzeugt, dass wir durch die Zusammenschlüsse der Kirchengemeinden unsere Kirche zukunftsfähig machen und Veränderung gut gestalten“, ist Dekan Robert Kloker überzeugt.

Auf diesem Weg begleitet ein Steuerungskreis auf Dekanatsebene die Kirchengemeinden. Ihm gehören neben Dekan Robert Kloker und Tobias Kriegisch auch die stellvertretende Gewählte Vorsitzende des Dekanatsrats, Anita Lenz, der Leiter der Caritas Ost-Württemberg, Markus Mengemeann, der Rechnungsführer des Dekanats, Jochen Breitweg und Hermann Lüffe aus der Seelsorgeeinheit Rems-Welland an.