Angst essen Seele auf
Tobias Kriegisch in der Reihe „Wort zum Sonntag“
‚Angst essen Seele auf‘ lautet der Titel eines Films von Werner Fassbinder und ist die Feststellung eines Protagonisten in diesem Film. Wie recht er hat! Angst essen Seele auf! Und zum Fürchten gibt es aktuell genug: Der Krieg in der Ukraine geht nach Jahren unerbittlich weiter, die deutsche Wirtschaft schwächelt, was Arbeitsplätze gefährdet, das Wetter wird immer unberechenbarer, weil sich das Klima verändert, rechtsnationaler Gesinnung begegnet man im Alltag und dann ist da auch noch Donald Trump: ein US-Präsident, der statt die Welt zu stabilisieren, immer und immer wieder für Angst und Schrecken sorgt. Aktuell ist es sein erklärtes Ziel, sich Grönland einzuverleiben – wenn es sein muss, auch mit Gewalt. Das kann durchaus Angst machen. Die Gefahr, dass die Seele Schaden nimmt, ist nicht wegzudiskutieren.
Da war es die Tage wohltuend zu erleben, wie sich Europa zusammentelefoniert und zusammengestellt hat. Gemeinsam haben sich die Regierungschefs gegenüber Trump positioniert und nicht klein beigegeben. Man muss der Angst aktiv begegnen, damit sie einen nicht erstarren lässt und man von ihr nicht aufgefressen wird. Zusammenhalt, Gemeinschaft und Freundschaft sind ein Mittel gegen Angst – Glaube, Hoffnung und Liebe ebenso. Wer Solidarität erfährt, wer Liebe teilt und wer sich angenommen fühlt, bei dem wächst Zuversicht in jeder Lebenssituation. Genau das wünsche ich Ihnen in der kommenden Woche!
Denn dann gilt am Ende: ‚Zuversicht essen Angst auf!‘

