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Ange­li­ka Keß­ler, St. Loreto

Wer will, der kann! 

15.08.2022 Ange­li­ka Keßler 

In die­ser Woche fuhr ein Auto vor mir mit der Auf­schrift „Wer will, der kann“.

Ein Satz, der auf die eige­nen Kräf­te fokus­siert, und der schlum­mern­des Poten­ti­al wecken will. Stimmt: wir kön­nen (oft) sehr viel (mehr), wenn wir (mehr) wol­len. Gleich­zei­tig stimmt der Satz aber auch nicht, denn oft sind wir ein­fach ohn­mäch­tig auf­grund von Unsi­cher­heit oder Krank­heit oder begrenzt von Bequem­lich­keit oder Unacht­sam­keit – d.h. nicht unbe­dingt un-wil­lig – eher menschlich.

An Mariä Him­mel­fahrt fei­ert die Kir­che, dass Gott Maria – als (Vor-) Bild für jeden Men­schen – im Him­mel einen Platz berei­tet und es damit mit die­sem Mensch­sein auf­ge­nom­men hat. Wir fei­ern, was Gott für uns will: das Leben in Gemein­schaft mit uns, er will, dass unser Weg zu ihm führt, d.h. dass unser Leben auf ein gutes Ziel hin­läuft.  Das Fest legt uns die akti­ve Sei­te Got­tes ans Herz: er ist ein Gott, der will und über­brückt. Wir fei­ern, dass durch sei­nen Wil­len das mensch­li­che „Nicht-Kön­nen“ bei ihm auf­ge­ho­ben ist und eine Hei­mat hat. So wird dem Men­schen geschenkt, was er aus ein­genm Wil­len und eige­ner Kraft nicht vermag.

Unter ande­rem aus die­sem Grund beten Chris­ten das „Vater unser“ immer wie­der mit offe­nen Hän­den: wir hal­ten Gott unser „nicht Kön­nen“ hin und bit­ten „Dein Wil­le gesche­he“.  Wir ver­trau­en dabei dar­auf, dass er uns unse­re Hän­de füllt, damit wir (mehr) kön­nen — hier auf der Erde, für die Erde, in den anste­hen­den gro­ßen und klei­nen Kri­sen und Kon­flik­ten, da wo wir gebraucht wer­den und die Erde heil­sam ver­än­dern kön­nen – was wir ja alle wollen.