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Karin Specht
Foto (Schwenk): Karin Specht, Bil­dungs­re­fe­ren­tin keb Ostalbkreis

End­lich Ferien! 

29.07.2022 Karin Specht

Der gro­ße Mönchs­va­ter Anto­ni­us leb­te mit­ten in sei­ner Mönchs­ge­mein­de am Ran­de der ober­ägyp­ti­schen Wüs­te. Ein­mal hat­te er sei­ne Mön­che um sich ver­sam­melt, nicht zum Gebet, nicht zur Buße, nicht zum Got­tes­dienst, son­dern ein­fach zu einem gesel­li­gen Bei­sam­men­sein, zu einem gemüt­li­chen Plausch. Da kommt ein Jäger vor­bei und wun­dert sich: „Da sieht man es mal wie­der, typisch Mön­che, ste­hen faul her­um und arbei­ten nicht.“ Anto­ni­us kommt mit ihm ins Gespräch und for­dert ihn auf, ein­mal sei­nen Bogen zu span­nen. Der Jäger gehorcht. „Viel zu wenig!“ ruft Anto­ni­us, „noch mehr span­nen!“ Der Jäger folgt einer zwei­ten und drit­ten Auf­for­de­rung, dann wei­gert er sich: „Wenn ich noch mehr span­ne, zer­bricht der Bogen.“ – „Genau­so ist es mit dem Men­schen“, sagt Anto­ni­us, „wenn er sei­ne Kräf­te über­mä­ßig anspannt, dann zer­bricht er. Er muss ent­span­nen, um anspan­nen zu kön­nen.“ Viel­leicht ken­nen Sie die Geschich­te schon, mir gefällt sie immer wie­der. Feri­en – das soll auch eine Zeit der Ent­span­nung sein. Sich frei machen von Ver­pflich­tun­gen. Los­las­sen von Stress, Leis­tungs­druck, Immer-die-Uhr-im-Blick-haben. Raus aus dem Hams­ter­rad, rein in die Stil­le, in die Natur oder wo auch immer Sie sich ent­span­nen kön­nen. End­lich Zeit haben. Sich öff­nen: für mich selbst aber auch für ande­re. Mich selbst, aber auch die ande­ren wie­der in den Blick neh­men. Zeit haben, um mir aber auch ande­ren eine Freu­de zu machen. Freu­de lässt sich nur voll aus­kos­ten, wenn einer sich mit­freut. So wün­sche ich Ihnen in der Feri­en­zeit ein „Zu sich kom­men“ aber auch in Begeg­nung zu ande­ren Men­schen. Lie­ben – geliebt wer­den – sein. Ganz sim­pel: Ent­span­nung pur.

Fröh­li­che Feri­en­grü­ße Ihre Karin Specht